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In diesem Testblog möchte ich euch die 2009er Magura Gustav-M Scheibenbremsen vorstellen.

Die Gustav-M gibt es nun auch schon seit knapp 10 Jahren und sie gehört immer noch zu den stärksten und besten Downhill- und Freeride-Bremsen auf dem Markt.

Der Gustav ist eine der wenigen Bremsen, die für Tandem-Betrieb und für extreme Schwergewichte freigegeben ist. Damit kommen auch 130Kg sehr schnell zum stehen, ohne das die Scheibe durchglüht!

Nicht umsonst kommt sie seit vielen Jahren ohne eine Änderung des Systems oder der meisten der Bauteile aus.

Was gut ist, muss nicht verändert werden ;-)

Da mir meine bisherigen Hayes Stroker nicht wirklich fürs Downhillen ausgereicht haben auf Dauer und im Renneinsatz, habe ich mich dazu entschlossen auf die Gustav umzusteigen.

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Lieferumfang und technische Spezifikationen:

  • Magura GustavM Scheibenbremse, fertig befüllt und entlüftet (ordentlich und separat geschützt verpackt, damit keine Macken beim Transport an die Bremse kommen)
  • Bremsscheiben (je nach bestellter Größe) mit allen benötigten Verbindungsschrauben, sowie einem passenden Torx-Schlüssel zum festziehen der Schrauben
  • Passender Magura Gleitsattel-Adapter zur Montage der Bremse am Rahmen und der Federgabel je nach Aufnahmestandard und Scheibenbremsengröße
  • Ausführliches, mehrsprachiges Bedienungshandbuch mit Workshopseiten, die die korrekte Montage, Kürzung der Bremsleitung, Entlüftung der Bremsen etc.. erklären. Ein echt tolles Handbuch, an dem sich so mancher Hersteller mal ein Beispiel nehme könnte.
  • Ein Satz Magura-Aufkleber, die sich sehr gut dazu eignen am Rahmen angebracht zu werden an den Stellen, wo die Züge und Leitungen entlang schaben und auf Dauer den Rahmenlack beschädigen würden.

Die Bremse wird je nach entsprechenden Befestigungsstandard und Scheibenbremsengröße mit verschiedenen Adaptern verkauft und die Preise variieren dabei je nach Adapter und Bremse zwischen 280€ und 360€.

Für diesen Preis bekommt man aber die brutalste Bremspower die ich bisher in den letzten Jahren kennengelernt habe.

Serienmäßig gibt es die Gustav M mit einer 210er bzw. 190er Bremsscheibe für das Vorderrad und einer 190er bzw. 160er Bremsscheibe hinten.

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Montage:

Da der Kona Stab Deluxe 2007 Rahmen hinten ja über eine BMA incl Postmount 8″ Scheibenbremsaufnahme verfügt (Standard für 203mm Scheiben von Hayes und Co), stand ich schon mal vor dem ersten Problem.

Nach einer kurzen Anfrage im freundlichen Magura-Support-Forum, war dann aber auch für das Problem eine Lösung gefunden.

Um hinten doch eine Gustav am Kona fahren zu können, musste ich hinten auch einen 210mm Pizza-Teller montieren incl. dem Postmount 8″ Adapter Nr.25 von Magura für die Gustav M!

Also gesagt getan. Die Teile geordert und nach wenigen Tagen war auch alles aufbaufertig geliefert.

Einfach die Adapter am Rahmen/Gabel montieren und die GustavM Bremssättel auf die dafür vorgesehenen Gleitbolzen draufschieben – Fertig!

Dank den inzwischen fast durchweg verbreiteten Postmount-Standard hat man bei den neuen Gustav-Modellen sind auch kaum Ausrichten oder sonstige Einstellerei nötig.

Durch den Schwimmsattel richtet sich die Bremse nach grober richtiger Einstellung selbstständig aus und das minimale Schleifen, was das schwimmend gelagerte Prinzip so mit sich bringt, ist für mich nicht wirklich wahrnehmbar oder störend.

Wie bei allen Bremsen sind die Leitungen natürlich im Rohzustand viel zu lang und müssen erst mal entsprechend des Rahmens und der Verlegung gekürzt werden.

Das ist wie bei allen Magura-Bremsen nach dem selben Prinzip und ist im mitgelieferten Handbuch perfekt beschrieben und alle dafür benötigten Teil sind im Lieferumfang enthalten.

Wie es geht incl. kleinerer Anmerkungen, dazu habe ich beim kürzen meiner Louise Leitungen schon einen kleinen Workshop verfasst den ihr hier finden könnt:

Magura Bremsleitungen kürzen

Zuletzt noch die Griffweite und die Position der Griffe am Lenker eingestellt und fertig war die Bremse montiert.

So einfach war in meinem Leben bisher noch keine Bremsenmontage!

Respekt!

Ein besonders feines Feature ist die Quick-Fit-Klemmung, mit der sich durch nur eine Schraube der Bemsgrifff am Lenker montieren/demontieren lässt, ohne die Griffe/Schaltung und andere Lenkeranbauteile demontieren zu müssen.

Was auch ein inzwischen recht seltenes Feature der Bremse ist, das sie noch mit dem Schwimm-Sattel-Prinzip arbeitet. Das bedeutet der Bremssattel ist auf dem Adapter mit Hilfe von Führungsbolzen schwimmend gelagert und kann Bewegungen der Scheibe bei einem Schlag ausgeglichen, ohne nervig zu schleifen.

Dadurch ist die Bremse super schnell montiert und nahezu Schleiffrei ausgerichtet. Ein leichtes Schleifen der Bremse gehört nun mal zum Prinzip des Schwimmsattels, aber es ist kaum spürbar.

Hörbar ist es minimal, wobei die normalen Fahrgeräusche des Bikes das übertönen!

Aber das ganze hat vor allem einen wesentlichen Vorteil, der mir vor einigen Wochen auf dem ersten IXS-Rennen dieser Saison in Winterberg bewusst wurde.

Dazu dann aber im Praxistest mehr ;-)

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Praxistest:

Beim IXS-Rennen auf dem 2009er Dirtmaster-Festival in Winterberg hatte ich bzw. meine Bremsscheibe hinten einen etwas unsanften Kontakt mit einem Felsbrocken im ersten Steinfeld und dabei hat es die Scheibe übelst um viele mm verzogen. Da lernte ich das erste mal die Vorzüge einer Schwimmsattelbremse kennen!

Jede normale Scheibenbremse wäre dadurch außer Gefecht gesetzt worden und ein problemloses weiterfahren des Rennlaufs wäre nicht mehr möglich gewesen aufgrund einer blockierten .

Aber die Gustav hat das nicht weiter gestört. Klar hat es durchgehend noch geschliffen und garantiert auch meinen Rennlauf gebremst, aber ich konnte ihn wenigstens noch beenden!

Also dicker Pluspunkt für die Bremse!

Ansonsten kann ich die Eindrücke nur beschreiben mit WOW! Echt heftige Bremspower, die auch bei langen Abfahrten nicht in die Knie geht.

Kaum ein nennenswertes Problem mit zu hohen Temperaturen, durchweg stabiler Druckpunkt und wirklich sehr robuste Bauweise.

Bei dieser Bremse braucht man keine Angst zu haben, das bei einem Sturz direkt alles wegbricht! Einfach unverwüstlich!

Das einzige Manko ist, das man selbst nicht den Druckpunkt der Bremse einstellen kann, sondern nur die Griffweite.

Jedoch komme ich mit dem von der Bremse gegebenen Druckpunkt eigentlich sehr gut klar und man gewöhnt sich sehr schnell dran!

Besonders gut gefallen mir die langen Bremshebel des Bremsgriffes. Früher hatte ich nach einigen Downhill-Abfahrten schon echt Probleme mit extrem müden/schmerzenden Händen/Fingern.

Seit Gustav gehört das der Vergangenheit an, durch den langen Heblarm muss man viel weniger Kraft aufwenden!

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Fazit:

Also ich bin von der Bremse bisher mehr als begeistert. Natürlich stört das etwas mehr Gewicht am Bke ein wenig, aber das nehme ich gerne in Kauf für die geballte Power der Gustav und vor allem ihre Robustheit.

Inzwischen hat es mich in den letzten Monaten zig mal vom Rad geschmissen beim Downhillen, auch immer wieder auf die Bremsgriffe und Bremssättel und bis auf ein paar Kratzer ist an der Bremse nix dran!

Einen Gustav kauft man halt eben fürs Leben! :-)

Das einzige was ich jedoch trotzdem verbesserungswürdig finde, das der Bremsgriff eine Druckpunkteinstellung spendiert bekommen sollte.

Aber das lässt sich ja auch Problemlos realisieren, indem man einfach einen Louise BAT-Griff an die Gustav-Sättel montiert. ;-)

Abschließend würde ich jedem der mich danach fragt bedenkenlos zu dieser Bremse raten.

Wenn man auf der Suche nach enormer Bremspower ist und das etwas Mehrgewicht verkraften kann ist man bei der Gustav genau richtig!

Für weiteren Diskussionsbedarf, Fragen/Anmerkungen findet ihr in der Community einen Thread zu diesem Thema:

Die Bilder aus diesem Artikel und viele weitere findet ihr hier in der Mountainbike-Galerie:

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7 Kommentare zu „Magura Gustav-M Bremsen-Test – Downhill-Bremse“

  • Robin sagt:

    ich habe etwas angst sie zu kürzen kann ma irgendetwas machen das wirklich nichts ausleuft

  • admin sagt:

    Das ist an sich kein großer Akt! Nur Mut!

    gehe einfach so vor wie im Workshop-Handbuch.

    Alternativ dazu findest du auf der Magura Homepage unter den jeweiligen Produkten neuerdings sehr gute Workshop-Videos, die das kürzen zeigen!

    Ich habe auch nochmal alles in einem Blog zusammengefasst hier:
    http://www.ride-downhill.de/blog/?p=873

    Solange du mit der Leitung nicht rumfuchtelst, kann nicht viel austreten, versuche die Leitung nur immer als höchsten Punkt des Systems zu halten, aber durch den leichten Unterdruck im System und die Kapillarität des Blood in der Leitung fließt eigentlich nix raus.

  • Robin sagt:

    Danke hoffe das es klappt

  • Robin sagt:

    hab mal eine frage hat zwar jetzt nichts mit bremsen zu tun hoffe aber das du mir weiter helfen kannst ich habe eine 1,5 zoll federgabel und möchte mir die RS Boxxer
    kaufen die es aber nur in 11,8 zoll gibt wen ich mir jetzt einen 11,8 zoll
    steuersatz kaufe klapt des oder passt der garnicht in den rahmen rein

  • admin sagt:

    hi, melde dich doch im Forum bei uns an unter http://www.ride-downhill.com und poste deine frage dort.

    Da werde ich dir dann eine entsprechende Antwort schreiben und es ist so dann für die Nachwelt dokumentiert und für jeden mit der selben Frage schnell auffindbar.

    MfG
    Christoph

  • Robin sagt:

    mal a frage ich will mir ein entlüftungsset kaufen langen da 50ml oder reichen die nicht. schonmal danke im voraus

  • admin sagt:

    Hi Robin.

    Auch hier verweise ich gerne aufs Forum in den Bremsen-bereich, wo es auch einen extra Gustav-M-Thread gibt :
    http://www.ride-downhill.com/forumdisplay.php?fid=19

    Poste deine Frage einfach dort oder eröffne ein separates Thema im Bremsenbereich mit deiner Anfrage.

    So ist es dann für die Nachwelt dokumentiert und für jeden mit der selben Frage schnell auffindbar. ;-)

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